Autor(en):
Wolfgang-Ulrich Prigge & Rolf Sudek
Institution:
Universität Mainz
Titel:
Mit Zielvereinbarungen zum Ziel? Ergebnisse einer repräsentativen Befragung bei der Polizei Rheinland-Pfalz
Zusammenfassung:
Polizei & Wissenschaft 4/2011, S. 36-47
Bei der Polizei Rheinland-Pfalz stellt der Zielvereinbarungsprozess im Zusammenhang des kooperativen Führungssystems einen besonderen Schwerpunkt dar. Aufgabe der vorliegenden Untersuchung war eine Klärung der Frage, ob und in welchem Umfang der Zielvereinbarungsprozess Akzeptanz bei den Beschäftigten der Polizei Rheinland-Pfalz gefunden hat. Die Beschäftigten zeichnen ein ambivalentes Bild vom Zielvereinbarungsprozess. Auf der einen Seite entspricht aus ihrer Sicht der Zielvereinbarungsprozess den offiziellen Vorgaben, auf der anderen Seite beanstanden sie deutliche Mängel in seiner praktischen Umsetzung. Insbesondere bestehen Bedenken gegenüber einer zu starken Orientierung des Zielvereinbarungsprozesses an Führungskonzepten der Privatwirtschaft. ‘Gegner’ und ‘Anhänger’ des Zielvereinbarungsprozesses unterscheiden sich besonders deutlich in ihrer Haltung gegenüber den Vorgesetzten und in ihrer Wahrnehmung und Bewertung polizeilicher Organisationsstrukturen und Entscheidungsabläufe. ‘Anhänger’ betonen die partizipativen Momente, sie sind mit ihrem Tätigkeitsspielraum zufrieden und sehen ihre Leistung von den Vorgesetzten anerkannt. Den Zielvereinbarungsprozess stellen sie in diesen Zusammenhang. Die ‘Gegner’ sehen ihr eigenes Handeln als weitgehend hierarchisch gesteuert und fremdbestimmt.