Autor(en):
Marcel Müller
Institution:
Polizeiakademie Niedersachsen
Titel:
Cop Culture im Wandel?
Zusammenfassung:
Die klassischen theoretischen Modelle einer dichotomen Polizeikultur mögen im Kern zwar zutreffend sein, allerdings blenden sie hierbei zumeist die vielseitigen Abgrenzungsprozesse innerhalb der Organisation – insbesondere solche auf gleicher Hierarchieebene – weitestgehend aus. Sie unterstellen diesbezüglich eine Homogenität, die in der polizeilichen Realität – trotz der bestehenden Pole einer „Street Cop Culture“ und einer „Management Cop Culture“ – in dieser Form nicht existiert. In diesem Sinne bieten alter- native soziale Theorien, wie die der sozialen Arenen oder Welten, möglicherweise geeignetere Erklärungsansätze, um die (prädominanten) Routinen, Praktiken, Handlungslogiken oder Denkmuster der Polizist*innen aufzuzeigen.
Darüber hinaus erscheint der hergebrachte Fokus auf eine männlichkeitsdominierte, starre Polizeikultur angesichts einer sich verändernden Personalstruktur in Teilen überholt. Faktoren wie die fortschreitende Akademisierung, der steigende Frauenanteil, die Zunahme von Beamt*innen mit Migrationsgeschichte sowie der sich vollziehende Generationenwandel bringen schließlich neue Habitus-formen und Rollenverständnisse hervor, die auf eine (schleichende) Transformation der Polizeikultur hindeuten.
S. 37-45